ISTQB Foundation (CTFL v4.0) Probeprüfung #8 — Fragen & Antworten

Alle Fragen dieser Probeprüfung, mit markierter richtiger Antwort und einer schriftlichen Begründung zu jeder Option unten — zum Lesen und Wiederholen, kein zeitlich begrenzter Durchlauf.

Frage 1

Welches der folgenden Prinzipien gehört NICHT zu den sieben Testprinzipien des ISTQB Foundation Lehrplans?

Vollständiges Testen garantiert ein fehlerfreies Produkt

Richtige Antwort

Richtige Wahl: das ist KEIN Prinzip. Das echte Prinzip besagt das Gegenteil — vollständiges Testen ist außer in trivialen Fällen unmöglich.

Testen zeigt die Anwesenheit, nicht die Abwesenheit von Fehlerzuständen

Dies ist ein echtes ISTQB-Prinzip und daher nicht die Antwort.

Fehlerzustände treten gehäuft auf

Dies ist ein echtes Prinzip (Fehlerhäufung) und daher nicht die Antwort.

Testen ist kontextabhängig

Dies ist ein echtes Prinzip und daher nicht die Antwort.

Frage 2

Ein Team führt Tests hauptsächlich durch, um vor der Auslieferung Vertrauen in die Qualität eines Releases aufzubauen. Welches Testziel wird dadurch am BESTEN veranschaulicht?

Vertrauen in das Qualitätsniveau des Testobjekts aufbauen

Richtige Antwort

Richtig: Vertrauen in die Qualität zu gewinnen ist ein ausdrücklich genanntes Testziel.

Beweisen, dass die Software keine Fehlerzustände enthält

Falsch: Testen kann die Abwesenheit von Fehlerzuständen nie beweisen.

Den Bedarf an Anforderungsreviews ersetzen

Falsch: dynamisches Testen ersetzt keine statischen Anforderungsreviews.

Den Projektzeitplan garantieren

Falsch: Testen unterstützt Entscheidungen, garantiert aber keine Zeitpläne.

Frage 3

Ein Entwickler macht einen Tippfehler in einer Bedingung. Der fehlerhafte Code wird später ausgeführt und das Programm zeigt dem Benutzer ein falsches Ergebnis. Wie heißt das dem Benutzer angezeigte falsche Ergebnis in der ISTQB-Terminologie?

Eine Fehlerwirkung

Richtige Antwort

Richtig: das von außen beobachtete falsche Verhalten ist eine Fehlerwirkung.

Eine Fehlhandlung

Falsch: die Fehlhandlung war die menschliche Handlung (Tippfehler), nicht das sichtbare Ergebnis.

Ein Fehlerzustand

Falsch: der Fehlerzustand ist der Mangel im Code selbst, nicht die beobachtete Wirkung.

Eine Grundursache

Falsch: die Grundursache ist der zugrunde liegende Grund, nicht das sichtbare Ergebnis.

Frage 4

Welche Aussage unterscheidet Testen am BESTEN vom Debugging?

Testen kann durch Fehlerzustände verursachte Fehlerwirkungen auslösen; Debugging findet, analysiert und behebt diese Fehlerzustände

Richtige Antwort

Richtig: Testen deckt Fehlerwirkungen auf, Debugging lokalisiert und entfernt den zugrunde liegenden Fehlerzustand.

Testen und Debugging sind zwei Namen für dieselbe Tätigkeit

Falsch: es sind unterschiedliche Tätigkeiten mit verschiedenen Zielen.

Debugging wird nur von Testern durchgeführt, nie von Entwicklern

Falsch: Debugging ist typischerweise eine Entwicklertätigkeit.

Testen behebt Fehlerzustände, während Debugging sie nur meldet

Falsch: dies vertauscht die Rollen der beiden Tätigkeiten.

Frage 5

Warum ist Testen notwendig? Wählen Sie ZWEI Aussagen, die einen Beitrag des Testens korrekt beschreiben.

Testen reduziert das Risiko von Fehlerwirkungen im Betrieb

Richtige Antwort

Richtig: ein Kernzweck des Testens ist die Risikoreduktion für das Produkt im Betrieb.

Testen kann helfen, vertragliche oder gesetzliche Anforderungen und Standards zu erfüllen

Richtige Antwort

Richtig: die Einhaltung von Verträgen, Gesetzen und Standards ist ein anerkannter Grund für Testen.

Testen beweist, dass die Software vollständig korrekt ist

Falsch: Testen kann vollständige Korrektheit nicht beweisen.

Testen macht Qualitätssicherungsprozesse überflüssig

Falsch: Testen ist Teil der Qualitätskontrolle und ergänzt die QS, ersetzt sie nicht.

Frage 6

Eine Testsuite, die vor einem Jahr viele Fehlerzustände fand, findet jetzt kaum noch neue, obwohl sich das Produkt weiter ändert. Welches Prinzip erklärt das und was ist die empfohlene Reaktion?

Das Pestizid-Paradoxon — die Tests überprüfen, überarbeiten und neue hinzufügen

Richtige Antwort

Richtig: dieselben Tests zu wiederholen findet keine neuen Fehlerzustände; Tests müssen überprüft und aktualisiert werden.

Fehlerhäufung — das Testen der geänderten Bereiche einstellen

Falsch: Fehlerhäufung würde das Einstellen des Testens geänderter Bereiche nicht rechtfertigen.

Vollständiges Testen — jeden möglichen Test ausführen

Falsch: vollständiges Testen ist unmöglich und nicht die Erklärung.

Testen ist kontextabhängig — die Testumgebung ändern

Falsch: Kontextabhängigkeit hat nichts mit dem Wirksamkeitsverlust über die Zeit zu tun.

Frage 7

Ein System besteht alle Tests und enthält sehr wenige Fehlerzustände, dennoch lehnen die Benutzer es ab, weil es ihre tatsächlichen Bedürfnisse nicht erfüllt. Welches Prinzip veranschaulicht diese Situation?

Der Trugschluss der Fehlerfreiheit

Richtige Antwort

Richtig: ein System kann nahezu fehlerfrei sein und dennoch die Bedürfnisse der Benutzer nicht erfüllen.

Frühes Testen spart Zeit und Geld

Falsch: dieses Prinzip betrifft den Startzeitpunkt des Testens, nicht die Eignung für den Benutzer.

Fehlerzustände treten gehäuft auf

Falsch: Fehlerhäufung beschreibt die Fehlerverteilung, nicht die Gebrauchstauglichkeit.

Testen ist kontextabhängig

Falsch: Kontextabhängigkeit erklärt nicht, warum ein fehlerfreies System abgelehnt wird.

Frage 8

Während Testanalyse und Testentwurf definiert ein Team messbare Merkmale des Testobjekts, die abgedeckt werden müssen, damit die Abdeckung später als Prozentwert berichtet werden kann. Wie heißen solche Merkmale in der ISTQB-Terminologie?

Abdeckungselemente

Richtige Antwort

Richtig — Abdeckungselemente sind die aus Testbedingungen abgeleiteten messbaren Merkmale und die Grundlage für die prozentuale Angabe der Abdeckung.

Testbedingungen

Testbedingungen benennen, welche Aspekte des Testobjekts getestet werden sollen. Abdeckungselemente werden daraus abgeleitet und sind das, was tatsächlich gezählt und gemessen wird.

Endekriterien

Endekriterien sind die Bedingungen für die Entscheidung, ob das Testen beendet werden darf. Ein Abdeckungsziel kann Teil davon sein, die Endekriterien sind aber nicht selbst die messbaren Merkmale des Testobjekts.

Testdaten

Testdaten sind die Werte, die ein Testfall bei der Ausführung benötigt. Sie unterstützen die Tests, drücken aber nicht aus, wie viel des Testobjekts abgedeckt wurde.

Warum

Abdeckungselemente (test coverage items) sind die messbaren Merkmale, die aus Testbedingungen abgeleitet werden; die Abdeckung wird als Prozentsatz der durch die ausgeführten Tests abgedeckten Abdeckungselemente angegeben.

Frage 9

In einem sequenziellen (V-Modell) Lebenszyklus: Welche Teststufe ist am engsten mit der Systemanforderungsspezifikation verbunden?

Systemtest

Richtige Antwort

Richtig: im V-Modell wird der Systemtest aus der Systemanforderungsspezifikation abgeleitet und prüft diese.

Komponententest

Falsch: der Komponententest bezieht sich auf das Komponenten-/Detaildesign, nicht auf Systemanforderungen.

Komponentenintegrationstest

Falsch: diese Stufe bezieht sich auf das technische/architektonische Design.

Abnahmetest

Falsch: der Abnahmetest ist mit Geschäftsanforderungen und Benutzerbedürfnissen verbunden, nicht mit der Systemanforderungsspezifikation.

Frage 10

Ein Tester prüft, ob eine neue Berichtsfunktion für verschiedene Eingabedatensätze korrekte Summen liefert. Welcher Testtyp wird durchgeführt?

Funktionaler Test

Richtige Antwort

Richtig: zu prüfen, was das System tut (korrekte Summen), gegen funktionale Anforderungen ist funktionaler Test.

Nichtfunktionaler Test

Falsch: nichtfunktionaler Test betrifft, wie gut das System arbeitet (z.B. Performanz), nicht die Korrektheit der Ergebnisse.

White-Box-Test

Falsch: dies beschreibt eine Testbasis (Codestruktur), nicht das Ziel, berechnete Summen zu prüfen.

Fehlernachtest

Falsch: der Fehlernachtest wiederholt Tests nach einer Korrektur, was hier nicht beschrieben wird.

Frage 11

Nachdem eine Fehlerkorrektur ausgeliefert wurde, führt ein Tester zuerst genau den Test erneut aus, der ursprünglich fehlschlug, und führt dann eine Reihe zuvor bestandener Tests rund um den geänderten Bereich aus. Was sind diese beiden Tätigkeiten in dieser Reihenfolge?

Fehlernachtest, dann Regressionstest

Richtige Antwort

Richtig: der Fehlernachtest prüft die Korrektur; der Regressionstest prüft, dass keine neuen Fehlerzustände anderswo entstanden sind.

Regressionstest, dann Fehlernachtest

Falsch: die Reihenfolge ist vertauscht; die Korrektur wird zuerst bestätigt.

Wiederholungstest, dann Wartungstest

Falsch: 'Wiederholungstest' ist ein Synonym für Fehlernachtest, aber die zweite Tätigkeit ist Regression, nicht Wartungstest.

Smoke-Test, dann Fehlernachtest

Falsch: ein Smoke-Test ist eine grobe Funktionsprüfung, nicht der gezielte Wiederholungslauf des fehlgeschlagenen Tests.

Frage 12

Welche Situation würde typischerweise einen Wartungstest auslösen?

Migration eines produktiven Systems auf eine neue Betriebsplattform

Richtige Antwort

Richtig: die Migration eines produktiven Systems ist ein anerkannter Auslöser für Wartungstests.

Schreiben von Unit-Tests für eine brandneue Komponente während der Erstentwicklung

Falsch: dies ist Komponententest während der Entwicklung, kein Wartungstest.

Definition von Abnahmekriterien vor Beginn der Programmierung

Falsch: dies ist eine frühe Testaktivität, ohne Bezug zur Wartung eines bestehenden Systems.

Review des Anforderungsdokuments auf Mehrdeutigkeiten

Falsch: dies ist statisches Testen, kein Wartungstest.

Frage 13

Welche ZWEI Aussagen beschreiben Merkmale des Testens in einem agilen/iterativen Entwicklungsansatz?

Testaktivitäten finden in jeder Iteration statt, integriert mit der Entwicklung

Richtige Antwort

Richtig: in iterativen Ansätzen ist das Testen kontinuierlich und integriert, keine Endphase.

Automatisierte Regressionstests sind wichtig, um mit häufigen Änderungen Schritt zu halten

Richtige Antwort

Richtig: häufige Iterationen machen automatisierte Regressionstests wertvoll, um Änderungen zu beherrschen.

Alle Tests werden bis nach der letzten Iteration zurückgestellt

Falsch: das Zurückstellen aller Tests widerspricht dem iterativen, kontinuierlichen Charakter von Agile.

Testdokumentation muss immer formeller sein als in sequenziellen Modellen

Falsch: Agile nutzt typischerweise leichtere Dokumentation, nicht formellere.

Frage 14

Ein Team führt einen 'Shift-Left'-Ansatz beim Testen ein. Was bedeutet das in erster Linie?

Testaktivitäten früher im Lebenszyklus durchführen

Richtige Antwort

Richtig: Shift-Left bedeutet, Testaktivitäten früher durchzuführen, z.B. Anforderungen reviewen und Tests vor fertigem Code schreiben.

Alle Tests nach dem Release an ein eigenes Team verlagern

Falsch: dies ist das Gegenteil von Shift-Left.

Die Gesamtzahl der Tests reduzieren, um Zeit zu sparen

Falsch: Shift-Left betrifft den Zeitpunkt des Testens, nicht die Reduktion der Testanzahl.

Nur die linken Module der Architektur testen

Falsch: Shift-Left hat nichts mit der räumlichen Anordnung von Modulen zu tun.

Frage 15

Welche ZWEI der folgenden sind Vorteile des statischen Testens? (Wählen Sie zwei.)

Fehlerzustände früher und günstiger finden und beheben.

Richtige Antwort

Das Finden in frühen Arbeitsergebnissen senkt die Behebungskosten.

Fehlerzustände finden, die dynamisch schwer aufzudecken sind.

Richtige Antwort

Reviews können mehrdeutige Anforderungen oder nicht erreichbaren Code finden, die die Ausführung übersieht.

Die tatsächliche Antwortzeit des laufenden Systems messen.

Das Messen des Laufzeitverhaltens erfordert dynamisches Testen.

Beweisen, dass die Software keine verbleibenden Fehlerzustände hat.

Keine Technik kann die Abwesenheit von Fehlerzuständen beweisen.

Warum

Statisches Testen findet Fehlerzustände früh (billiger zu beheben) und kann Fehlerzustände aufdecken, die dynamisch schwer zu zeigen sind, etwa nicht erreichbaren Code oder widersprüchliche Anforderungen.

Frage 16

Was ist ein wesentlicher Vorteil des statischen Testens gegenüber dem dynamischen Testen?

Fehlerzustände können früh gefunden werden, bevor Code ausgeführt wird

Richtige Antwort

Richtig: statisches Testen untersucht Arbeitsergebnisse ohne Ausführung und ermöglicht sehr frühe Fehlererkennung.

Es misst die Laufzeitperformanz des Systems

Falsch: Laufzeitperformanz erfordert dynamisches Testen.

Es kann nur auf Quellcode angewendet werden

Falsch: statisches Testen ist auf viele Arbeitsergebnisse anwendbar (Anforderungen, Designs, Testfälle), nicht nur Code.

Es garantiert, dass keine Integrationsfehler auftreten können

Falsch: statisches Testen kann das Ausbleiben von Integrationsfehlern nicht garantieren.

Frage 17

Ein Review wird nach einem dokumentierten Verfahren durchgeführt, mit definierten Rollen, einem geschulten Moderator, individueller Vorbereitung anhand von Checklisten und formalen Metriken zu gefundenen Fehlern. Um welchen Review-Typ handelt es sich?

Inspektion

Richtige Antwort

Richtig: ein formaler Prozess mit Rollen, geschultem Moderator, Vorbereitung und Metriken ist charakteristisch für eine Inspektion.

Informelles Review

Falsch: ein informelles Review hat keinen definierten Prozess, keine Rollen und keine Metriken.

Walkthrough

Falsch: ein Walkthrough wird vom Autor geleitet und ist weniger formal, ohne verpflichtende Metriken und geschulte Moderation.

Ad-hoc-Review

Falsch: ein Ad-hoc-Review hat keine Vorbereitung, kein Verfahren und keine Rollen.

Frage 18

Wer ist in einem formalen Review dafür verantwortlich, das Review zu leiten, zu planen und die Einhaltung des Verfahrens sicherzustellen?

Der Moderator

Richtige Antwort

Richtig: der Moderator leitet das Review, plant es und stellt die Einhaltung des Prozesses sicher.

Der Autor

Falsch: der Autor erstellt und korrigiert das Arbeitsergebnis, leitet aber nicht das Review.

Der Protokollant

Falsch: der Protokollant zeichnet die Ergebnisse auf, leitet das Review aber nicht.

Der Gutachter

Falsch: Gutachter identifizieren Probleme, leiten oder planen das Review aber nicht.

Frage 19

Ein Nicht-Mitglied gibt eine Bestellung über 40 $ auf und wählt Express-Versand. Welche Versandgebühr wendet das System laut der folgenden Entscheidungstabelle an?

Entscheidungstabelle: Versandgebühr nach Member?, Order >= $50?, Express shipping? über Regeln R1-R8

15 $

Richtige Antwort

Kein Mitglied, Bestellung unter 50 $, Express → Regel R7 mit Aktion 15 $.

10 $

10 $ ist Regel R3 oder R5, die ein Mitglied oder Bestellung >= 50 $ voraussetzen.

8 $

8 $ ist Regel R8, die nur ohne Express-Versand gilt.

5 $

5 $ entspricht Nicht-Express-Regeln (R4/R6), nicht dieser Kombination.

Warum

Member? = Nein, Order >= $50? = Nein (40 $), Express shipping? = Ja → Regel R7 → 15 $.

Frage 20

Bewerbungs-Zustandsautomat mit dem Pfad Submitted zu Screening zu Interview zu Offer zu Hired

Submitted → Screening → Interview → Offer → Hired (4 Übergänge)

Richtige Antwort

Das ist der einzige Weg zu Hired und nutzt vier Übergänge.

Submitted → Screening → Offer → Hired (3 Übergänge)

Es gibt keinen direkten Übergang Screening → Offer; Interview kann nicht übersprungen werden.

Submitted → Interview → Offer → Hired (3 Übergänge)

Submitted führt zuerst nur zu Screening; es gibt keinen Übergang Submitted → Interview.

Submitted → Screening → Interview → Offer → Declined → Hired (5 Übergänge)

Declined ist ein Endzustand ohne ausgehenden Übergang und kann nicht zu Hired führen.

Warum

Der einzige Pfad zu Hired ist Submitted →(review) Screening →(pass) Interview →(pass) Offer →(accept) Hired = 4 Übergänge.

Frage 21

Im Media-Player-Automaten befindet sich der Player gerade im Zustand Playing. Welches Ereignis wäre ein UNGÜLTIGER (undefinierter) Übergang aus Playing?

Zustandsdiagramm mit den Zuständen Stopped, Playing, Paused

play

Richtige Antwort

Richtig — aus Playing führt kein 'play'-Übergang heraus.

pause

Falsch — 'pause' ist ein gültiger Übergang Playing→Paused.

stop

Falsch — 'stop' ist ein gültiger Übergang Playing→Stopped.

Sowohl pause als auch stop

Falsch — beide sind gültige Übergänge aus Playing.

Warum

Aus Playing sind nur 'pause' (→Paused) und 'stop' (→Stopped) definiert. 'play' hat aus Playing keinen Übergang und ist ungültig.

Frage 22

Ein Webformular nimmt ein Feld 'Menge' für eine Online-Bestellung entgegen. Die Spezifikation sagt: die Menge muss eine Ganzzahl von 1 bis 99 sein; Werte von 0 oder darunter werden mit der Meldung 'Minimum ist 1' abgelehnt; Werte von 100 oder darüber mit 'Maximum ist 99'; nicht-ganzzahlige Eingaben werden als ungültig abgelehnt. Wie viele Äquivalenzklassen gibt es bei der Äquivalenzklassenbildung für das Feld 'Menge', und wie viele Testfälle sind MINDESTENS nötig, um jede Klasse einmal abzudecken?

4 Klassen, 4 Testfälle

Richtige Antwort

Richtig: gültige Ganzzahlen 1–99, Ganzzahlen ≤0, Ganzzahlen ≥100 und Nicht-Ganzzahlen = 4 Klassen; jede einmal abgedeckt erfordert 4 Testfälle.

3 Klassen, 3 Testfälle

Falsch: dies übersieht die separate Klasse der Nicht-Ganzzahlen (ungültig).

2 Klassen, 2 Testfälle

Falsch: dies zählt nur 'gültig' und 'ungültig', ohne die unterschiedlichen ungültigen Verhalten zu trennen.

4 Klassen, 8 Testfälle

Falsch: jede Klasse einmal abzudecken erfordert einen Test pro Klasse, also 4, nicht 8.

Frage 23

Ein Feld nimmt einen ganzzahligen Prozentwert entgegen, der von 0 bis einschließlich 100 gültig ist. Das Team wendet die Zwei-Wert-Grenzwertanalyse an (Test jedes Grenzwerts und des unmittelbar außerhalb liegenden Werts). Welche Menge an Eingabewerten sollte unter Berücksichtigung der unteren und oberen Grenze gewählt werden?

-1, 0, 100, 101

Richtige Antwort

Richtig: die Zwei-Wert-BVA prüft jeden Grenzwert (0 und 100) plus den unmittelbar außerhalb liegenden Wert (-1 und 101).

0, 50, 100

Falsch: 50 ist ein Wert in der Mitte der Klasse und die unmittelbar außerhalb liegenden Grenzwerte fehlen.

-1, 1, 99, 101

Falsch: die tatsächlichen Grenzwerte 0 und 100 fehlen; 1 und 99 sind nicht die Grenzen.

-1, 0, 1, 99, 100, 101

Falsch: dies ist die Drei-Wert-BVA; die Zwei-Wert-BVA enthält 1 und 99 nicht.

Frage 24

Die folgende Entscheidungstabelle spezifiziert eine Kredit-Vorprüfung (T = Bedingung wahr, F = falsch, – = irrelevant, X = Aktion ausgeführt). Untersuchen Sie die Tabelle und beantworten Sie: ein Antragsteller ist 25 Jahre alt, hat einen Kredit-Score von 720, ein Monatseinkommen von 4000 und einen bestehenden Kredit. Welche Regel trifft zu und was ist die resultierende Aktion?

Regel R4 — Ablehnen

Richtige Antwort

Richtig: alle vier Bedingungen wahr (Alter, Score, Einkommen) bei bestehendem Kredit = R4, Aktion Ablehnen.

Regel R5 — Standardzins genehmigen

Falsch: R5 erfordert KEINEN bestehenden Kredit (C4 = F); hier ist C4 = T.

Regel R6 — Premiumzins genehmigen

Falsch: R6 erfordert ebenfalls keinen bestehenden Kredit; der bestehende Kredit schließt sie aus.

Regel R3 — Ablehnen

Falsch: R3 erfordert ein Einkommen unter 3000 (C3 = F); hier sind es 4000, also C3 = T.

Warum

Tabellenauswertung: C1 (Alter ≥ 18) = T, C2 (Score ≥ 700) = T, C3 (Einkommen ≥ 3000) = T, C4 (bestehender Kredit) = T. Dies entspricht Regel R4 mit der Aktion 'Ablehnen'.

Frage 25

Welche Black-Box-Testtechnik ist am besten geeignet, wenn das Verhalten eines Systems von Kombinationen mehrerer unabhängiger Eingabebedingungen abhängt, die jeweils wahr oder falsch sein können?

Entscheidungstabellentest

Richtige Antwort

Richtig: Entscheidungstabellen erfassen systematisch Kombinationen von Bedingungen und ihre Aktionen.

Grenzwertanalyse

Falsch: die Grenzwertanalyse zielt auf die Ränder geordneter Bereiche, nicht auf Kombinationen boolescher Bedingungen.

Zustandsübergangstest

Falsch: der Zustandsübergangstest modelliert Ereignisse und Zustände über die Zeit, nicht statische Bedingungskombinationen.

Anweisungstest

Falsch: der Anweisungstest ist eine White-Box-Technik auf Codebasis, nicht auf Eingabekombinationen.

Frage 26

Welche Aussage über White-Box-(strukturbasierte)-Testtechniken ist korrekt?

Die Überdeckung misst, in welchem Umfang die Codestruktur durch Tests durchlaufen wurde

Richtige Antwort

Richtig: strukturelle Überdeckung (z.B. Anweisung, Zweig) quantifiziert, wie viel Code ausgeführt wurde.

100% Zweigüberdeckung garantiert die Abwesenheit aller Fehlerzustände

Falsch: hohe Überdeckung senkt das Risiko, garantiert aber nie Fehlerfreiheit.

White-Box-Techniken erfordern keine Kenntnis des Codes

Falsch: White-Box-Techniken basieren auf der internen Struktur des Codes.

100% Anweisungsüberdeckung impliziert immer 100% Zweigüberdeckung

Falsch: Zweigüberdeckung ist stärker; volle Anweisungsüberdeckung kann Zweige ungedeckt lassen.

Frage 27

Ein erfahrener Tester gibt, gestützt auf Wissen über typische Fehler in ähnlichen Anwendungen, bewusst leere Felder, sehr lange Zeichenketten und Sonderzeichen ein, um Fehlerwirkungen zu provozieren. Welche erfahrungsbasierte Technik ist das?

Fehlererwartung (Error Guessing)

Richtige Antwort

Richtig: wahrscheinliche Fehler vorwegzunehmen und Eingaben zu deren Aufdeckung zu gestalten ist Fehlererwartung.

Grenzwertanalyse

Falsch: die BVA ist eine systematische Black-Box-Technik anhand von Bereichsgrenzen, keine erfahrungsbasierte Methode.

Entscheidungstabellentest

Falsch: Entscheidungstabellen modellieren systematisch Bedingungskombinationen, kein intuitives Fehlerraten.

Anweisungstest

Falsch: der Anweisungstest ist eine White-Box-Technik basierend auf Codeüberdeckung.

Frage 28

Welche Beschreibung charakterisiert exploratives Testen am BESTEN?

Testentwurf, -ausführung und Lernen erfolgen gleichzeitig, oft gesteuert durch eine Test-Charta

Richtige Antwort

Richtig: exploratives Testen verzahnt Lernen, Entwurf und Ausführung, häufig zeitlich begrenzt und charta-gesteuert.

Alle Testfälle sind vor der Ausführung vollständig skriptiert und dokumentiert

Falsch: das beschreibt skriptbasiertes Testen, das Gegenteil von explorativem Testen.

Es ist eine strukturbasierte Technik, die Zugriff auf den Quellcode erfordert

Falsch: exploratives Testen ist erfahrungsbasiert, nicht strukturbasiert.

Es kann nur von automatisierten Werkzeugen durchgeführt werden

Falsch: exploratives Testen ist vor allem eine menschliche, könnensbasierte Tätigkeit.

Frage 29

Welche Testbasis wird bei der Anwendungsfall-Testtechnik am direktesten zur Testableitung genutzt?

Anwendungsfälle, die Akteur-System-Interaktionen mit Haupt- und Alternativabläufen beschreiben

Richtige Antwort

Richtig: der Anwendungsfalltest leitet Tests aus dem Basis- sowie den Alternativ-/Ausnahmeabläufen ab.

Der Kontrollflussgraph des Quellcodes

Falsch: das ist die Basis für White-Box-Techniken, nicht für den Anwendungsfalltest.

Eine Liste von Äquivalenzklassen für ein einzelnes Eingabefeld

Falsch: das unterstützt die Äquivalenzklassenbildung, nicht den Anwendungsfalltest.

Ein Zustandsübergangsdiagramm interner Modi

Falsch: das ist die Basis für den Zustandsübergangstest.

Frage 30

Was wird typischerweise in einem Testplan dokumentiert?

Die Testziele, der Umfang, der Ansatz und die Eingangs-/Endekriterien

Richtige Antwort

Richtig: ein Testplan beschreibt Ziele, Umfang, Ansatz, Zeitplan, Ressourcen sowie Eingangs-/Endekriterien.

Den exakten Quellcode jeder Korrektur

Falsch: Quellcode ist nicht Teil eines Testplans.

Das Marketingbudget für den Produktstart

Falsch: Marketingbudgets haben nichts mit einem Testplan zu tun.

Die persönlichen Leistungsbeurteilungen der Tester

Falsch: HR-Leistungsbeurteilungen sind nicht Teil eines Testplans.

Frage 31

Ein Team vereinbart, dass der Systemtest erst beginnen darf, wenn der Build in der Testumgebung bereitgestellt ist und ein Smoke-Test besteht. Wie werden diese Bedingungen am BESTEN klassifiziert?

Eingangskriterien

Richtige Antwort

Richtig: Bedingungen, die erfüllt sein müssen, bevor eine Testaktivität starten kann, sind Eingangskriterien.

Endekriterien

Falsch: Endekriterien definieren, wann das Testen aufhören kann, nicht wann es starten darf.

Testbedingungen

Falsch: eine Testbedingung ist ein zu prüfendes Element, keine Voraussetzung für den Start einer Aktivität.

Testdatenanforderungen

Falsch: dies sind Umgebungs-/Qualitätstore, keine Datenanforderungen.

Frage 32

Ein Testmanager schätzt den Aufwand zum Testen eines Features mit der Drei-Punkt-(PERT)-Technik. Die optimistischste Schätzung beträgt 5 Tage, die wahrscheinlichste 8 Tage und die pessimistischste 17 Tage. Wie hoch ist der geschätzte Aufwand nach der Formel E = (a + 4m + b) / 6?

9 Tage

Richtige Antwort

Richtig: (5 + 4×8 + 17) / 6 = (5 + 32 + 17) / 6 = 54 / 6 = 9 Tage.

10 Tage

Falsch: das ist der einfache Durchschnitt (5+8+17)/3 = 10, nicht die gewichtete PERT-Schätzung.

8 Tage

Falsch: 8 ist allein der wahrscheinlichste Wert, ohne die optimistische/pessimistische Gewichtung.

11 Tage

Falsch: 54/6 = 9, nicht 11; die gewichtete Summe neu berechnen.

Frage 33

Welches der folgenden ist ein PRODUKTrisiko und kein Projektrisiko?

Das Zahlungsmodul könnte unter bestimmten Bedingungen die Steuer falsch berechnen

Richtige Antwort

Richtig: ein mögliches Versagen der Software, einen Qualitätsbedarf zu erfüllen, ist ein Produktrisiko.

Ein wichtiger Tester könnte das Team mitten im Projekt verlassen

Falsch: Personalprobleme sind ein Projektrisiko, kein Produktrisiko.

Die Lieferung der Testumgebung könnte sich verzögern

Falsch: eine Lieferverzögerung ist ein Projektrisiko.

Das Budget für Werkzeuge könnte gekürzt werden

Falsch: eine Budgetkürzung ist ein Projekt-(Management-)risiko.

Frage 34

Ein Team nutzt risikobasiertes Testen. Vier Produktrisiken wurden nach Eintrittswahrscheinlichkeit (L) und Auswirkung (I) je auf einer Skala 1–5 bewertet, Risikostufe = L × I: – R1: L=2, I=5 – R2: L=4, I=4 – R3: L=5, I=2 – R4: L=3, I=3 Welchem Risiko sollte bei begrenzter Zeit zuerst der MEISTE Testaufwand gewidmet werden?

R2 (Risikostufe 16)

Richtige Antwort

Richtig: R2 = 4×4 = 16, der höchste Wert gegenüber R1=10, R3=10, R4=9, daher zuerst priorisiert.

R1 (Risikostufe 10)

Falsch: R1 = 2×5 = 10, niedriger als die 16 von R2.

R3 (Risikostufe 10)

Falsch: R3 = 5×2 = 10, gleich R1, aber unter R2.

R4 (Risikostufe 9)

Falsch: R4 = 3×3 = 9, die niedrigste Risikostufe der vier.

Frage 35

Welche Information ist in einem gut geschriebenen Fehlerbericht ESSENZIELL, damit der Entwickler das Problem reproduzieren kann?

Reproduktionsschritte sowie das erwartete und das tatsächliche Ergebnis

Richtige Antwort

Richtig: Reproduktionsschritte mit erwartetem und tatsächlichem Ergebnis sind essenziell zur Diagnose und Behebung.

Die Meinung des Testers, wer schuld ist

Falsch: Schuldzuweisungen sind nutzlos und kein Teil eines guten Fehlerberichts.

Eine Vermutung zur genauen fehlerhaften Codezeile

Falsch: eine spekulative Codezeile ist nicht erforderlich und kann irreführen; Reproduktionsdetails sind wichtiger.

Die Gesamtzahl der an diesem Tag gefundenen Fehlerzustände

Falsch: Tagessummen sind eine Metrik, keine Information zur Reproduktion eines konkreten Fehlers.

Frage 36

Welche ZWEI der folgenden sind häufig verwendete Test-Monitoring-Metriken?

Prozentsatz der ausgeführten geplanten Testfälle

Richtige Antwort

Richtig: der Testfall-Ausführungsfortschritt ist eine Standard-Monitoring-Metrik.

Anzahl gefundener, behobener und noch offener Fehlerzustände

Richtige Antwort

Richtig: Fehleranzahl und -status werden breit zur Überwachung von Testfortschritt und Produktqualität genutzt.

Die Anzahl der Bürotische im Raum des Testteams

Falsch: dies ist für das Test-Monitoring irrelevant.

Die persönlichen Hobbys der Entwickler

Falsch: die Hobbys der Entwickler sind keine Testmetrik.

Frage 37

Warum ist das Konfigurationsmanagement wichtig zur Unterstützung des Testens?

Es stellt sicher, dass Testware und Testobjekte eindeutig identifiziert, versioniert und nachvollziehbar sind

Richtige Antwort

Richtig: das Konfigurationsmanagement hält Identität und Versionen von Testobjekten und Testware unter Kontrolle, sodass Ergebnisse reproduzierbar sind.

Es behebt automatisch alle während des Testens gefundenen Fehlerzustände

Falsch: das Konfigurationsmanagement behebt keine Fehlerzustände.

Es ersetzt den Bedarf an einem Testplan

Falsch: das Konfigurationsmanagement ergänzt die Planung, ersetzt sie aber nicht.

Es garantiert 100% Testüberdeckung

Falsch: das Konfigurationsmanagement hat keinen Einfluss auf den Überdeckungsgrad.

Frage 38

Welche ZWEI Aussagen beschreiben korrekt den Nutzen und die Grenze des unabhängigen Testens?

Unabhängige Tester erkennen aufgrund anderer Annahmen möglicherweise andere Fehlerwirkungen als der Autor

Richtige Antwort

Richtig: Unabhängigkeit bringt eine frische Perspektive und hilft, vom Autor übersehene Fehlerzustände aufzudecken.

Unabhängigkeit kann Kommunikationsbarrieren und Isolation vom Entwicklungsteam verursachen

Richtige Antwort

Richtig: ein anerkannter Nachteil ist reduzierte Zusammenarbeit und eine mögliche 'Wir-gegen-die'-Dynamik.

Unabhängiges Testen garantiert, dass keine Fehlerzustände im Produkt verbleiben

Falsch: keine Testform kann ein fehlerfreies Produkt garantieren.

Entwickler sind unfähig, Fehlerzustände in der eigenen Arbeit zu finden

Falsch: Entwickler können Fehler in der eigenen Arbeit finden; Unabhängigkeit ergänzt, ersetzt sie aber nicht.

Frage 39

Ein Team möchte ein Werkzeug, das aufgezeichnete Testskripte automatisch gegen die Anwendung ausführt und die tatsächlichen mit den erwarteten Ergebnissen vergleicht. Welche Werkzeugkategorie ist das?

Testausführungswerkzeug

Richtige Antwort

Richtig: Testausführungswerkzeuge führen skriptbasierte Tests aus und vergleichen Ist- mit Soll-Ergebnissen.

Statisches Analysewerkzeug

Falsch: die statische Analyse untersucht Code, ohne ihn auszuführen.

Testmanagementwerkzeug

Falsch: Testmanagementwerkzeuge organisieren Testartefakte und Reporting, nicht die Skriptausführung und den Vergleich.

Performance-Testwerkzeug

Falsch: Performance-Werkzeuge erzeugen Last und messen die Antwortzeit, kein funktionaler Ergebnisvergleich von Skripten.

Frage 40

Welche ZWEI sind echte Risiken oder Kosten der Einführung von Testautomatisierung, die Teams einplanen sollten?

Laufender Aufwand ist nötig, um automatisierte Skripte bei Änderungen der Anwendung zu pflegen

Richtige Antwort

Richtig: die Wartung automatisierter Tests ist ein realer, wiederkehrender Kostenfaktor, der leicht unterschätzt wird.

Die Erwartungen an den Nutzen des Werkzeugs können unrealistisch sein, und die Ersteinrichtung erfordert Zeit und Fähigkeiten

Richtige Antwort

Richtig: überoptimistische Erwartungen und erhebliche Anfangsinvestitionen in Fähigkeiten und Einrichtung sind anerkannte Werkzeugrisiken.

Automatisierung macht menschliche Tester immer überflüssig

Falsch: Automatisierung unterstützt Tester, beseitigt aber nicht den Bedarf an menschlichem Testen und Urteilsvermögen.

Automatisierte Tests finden garantiert in jedem Fall mehr Fehlerzustände als manuelles Testen

Falsch: Automatisierung glänzt bei Wiederholungen, garantiert aber nicht mehr gefundene Fehler als gekonntes manuelles Testen.